Technische Systeme werden heute häufig als feste Kombination aus Geräten, Leitungen und herstellerspezifischen Komponenten geplant. Funktionen sind dabei direkt an konkrete Produkte oder Einbauorte gebunden. Änderungen an Nutzung, Umfang oder Funktion führen deshalb oft zu aufwendigen Eingriffen in bestehende Installationen, neuen Planungsschritten und baulichen Anpassungen.
In der Praxis bedeutet
das:
Schon vergleichsweise kleine
Anpassungen, etwa zusätzliche Messpunkte, geänderte
Betriebsweisen oder neue Anforderungen, verursachen
unverhältnismäßig hohen Aufwand, Kosten und technische
Risiken.
Die Universal Core Architecture (UCA) verfolgt einen anderen Ansatz. Sie beschreibt technische Systeme nicht über konkrete Geräte, sondern über klar definierte Funktionen innerhalb eines Gesamtsystems. Entscheidend ist nicht mehr, welches Bauteil verbaut ist, sondern welche Aufgabe es im System übernimmt.
Dadurch lassen sich Systeme erweitern, anpassen oder neu konfigurieren, ohne die bestehende Struktur vollständig zu ersetzen. Funktionen bleiben erhalten, auch wenn sich eingesetzte Geräte, Standorte oder Anwendungsfälle ändern.
Vergleich klassisch vs. UCA
Klassisch bestimmt das
Bauteil die Funktion.
Mit UCA wird die Funktion
durch ihre Rolle im System definiert.

In klassischen technischen Systemen sind Funktion, Verbindung und technische Umsetzung eng miteinander gekoppelt. Ein Sensor erfasst an einem festen Ort einen Wert, ist dauerhaft mit einer bestimmten Leitung und einem konkreten Gerät verbunden und erfüllt genau diese eine Funktion. Änderungen an Nutzung, Messpunkten oder Funktionen erfordern deshalb häufig Eingriffe in die Installation und machen Systeme unflexibel.
Die UCA trennt diese Ebenen bewusst. Funktionen werden unabhängig von ihrer konkreten technischen Umsetzung betrachtet. Verbindungen folgen einer definierten Systemlogik und sind nicht dauerhaft an bestimmte Geräte gebunden. Rollen und Aufgaben können neu zugewiesen werden, ohne dass das System neu geplant oder installiert werden muss.
Messpunkte, Steuerfunktionen oder Energiepfade lassen sich dadurch verschieben, kombinieren oder zeitweise nutzen. Anpassungen erfolgen innerhalb des Systems, nicht durch bauliche Maßnahmen. Für Betreiber bedeutet das, dass Änderungen im laufenden Betrieb möglich sind, ohne Eingriffe in die feste Installation oder eine erneute Abnahme ganzer Systembereiche.
Vergleich klassisch vs. UCA
Klassisch bedeutet jede
Änderung einen Eingriff in die Installation.
Mit UCA ist eine Änderung
eine Umkonfiguration innerhalb des Systems.
Auf Basis der UCA werden sogenannte Systemrollen definiert. Diese beschreiben klar abgegrenzte Aufgaben innerhalb eines technischen Gesamtsystems, unabhängig davon, wie oder mit welchen Komponenten sie umgesetzt werden.
Core-Module stehen damit nicht für konkrete Geräte oder Produkte, sondern für wiederkehrende funktionale Rollen, etwa Messen, Steuern, Verbinden oder Energie bereitstellen. Welche Hardware, Software oder Infrastruktur diese Rolle übernimmt, ist austauschbar und kann sich im Lebenszyklus des Systems ändern.
Für Hersteller, Integratoren und Betreiber entsteht so eine nachvollziehbare Systemlogik: Funktionen bleiben stabil, auch wenn einzelne Komponenten ersetzt, ergänzt oder neu kombiniert werden. Produkte, Erweiterungen oder Integrationen lassen sich entlang derselben Rollen entwickeln und bleiben systemkompatibel.
Vergleich klassisch vs. UCA:
Klassisch ist jede Funktion
eng an ein bestimmtes Produkt gebunden.
Mit UCA bleibt die Funktion
erhalten, auch wenn sich die technische Umsetzung
ändert.

Technische Systeme verändern sich über ihre Lebensdauer. Anforderungen wachsen, Nutzungen wechseln, neue Funktionen kommen hinzu. Klassische Architekturen sind häufig auf einen klar definierten Anwendungsfall ausgelegt und stoßen bei solchen Veränderungen schnell an ihre Grenzen.
Die UCA ist von Beginn an auf Veränderbarkeit ausgelegt. Systeme lassen sich schrittweise erweitern, Funktionen ergänzen oder neu zuordnen, ohne die bestehende Struktur aufzugeben. Die grundlegende Architektur bleibt erhalten, auch wenn sich der Einsatzzweck im Laufe der Zeit ändert.
Für Betreiber und Systemverantwortliche bedeutet das vor allem Planungssicherheit. Systeme müssen nicht ersetzt werden, sobald sich Anforderungen ändern, sondern können weiterentwickelt und angepasst werden. Bestehende Investitionen bleiben nutzbar, Risiken durch frühzeitige Ablösung oder Komplettumbauten werden reduziert.
Vergleich klassisch vs. UCA:
Klassisch werden Systeme
ersetzt, wenn sie nicht mehr passen.
Mit UCA wachsen Systeme mit
den Anforderungen mit.

Da UCA nicht an konkrete Produkte oder Hersteller gebunden ist, entsteht eine neutrale architektonische Grundlage für Zusammenarbeit. Bestehende Systeme können erweitert, neue Module ergänzt oder spezifische Anwendungen gemeinsam entwickelt werden, ohne bestehende Abhängigkeiten zu verstärken oder Strukturen aufzubrechen.
Die Architektur eignet sich damit nicht nur für die technische Planung, sondern auch für kooperative Entwicklungsmodelle. Technologien können integriert, weitergegeben oder in bestehende Produktlinien übernommen werden, ohne die Systemlogik zu verlieren oder neu definieren zu müssen.
Für Partner entsteht so ein klarer Rahmen für Integration, Kooperation und Lizenzierung, der technische Anforderungen ebenso berücksichtigt wie wirtschaftliche und organisatorische Aspekte.
Vergleich klassisch vs. UCA:
Klassisch entstehen
Abhängigkeiten durch proprietäre Lösungen.
Mit UCA entsteht eine
offene, strukturierte Basis für Zusammenarbeit.
Die konkrete Ausprägung der Architektur erfolgt über klar definierte Module, die einzelne Funktionen im System übernehmen.
