Technische Systeme sind heute überwiegend produktorientiert und funktionsgebunden aufgebaut. Energieversorgung, Datenführung, Absicherung und Geräteeinbindung sind dabei in der Regel eng miteinander verknüpft und häufig bereits früh in der Planung festgelegt.
Auch moderne Architekturen bleiben meist auf Geräteebene oder maximal auf Zonenebene strukturiert. Die zugrunde liegende Infrastruktur ist projekt- und anwendungsspezifisch ausgelegt und nur begrenzt anpassbar.
Änderungen, Erweiterungen oder neue Anforderungen wirken sich dadurch nicht lokal, sondern strukturell aus. Sie führen regelmäßig zu Neuverdrahtung, Sonderlösungen oder tiefen Eingriffen in bestehende Systeme.
Die Architektur selbst entsteht dabei nicht aus einer vorgelagerten Ordnung, sondern aus der Summe der Produkte.
Die enge Kopplung von Infrastruktur, Funktion und Nutzung bleibt nicht folgenlos. Sie prägt technische Systeme in ihrer gesamten Struktur und zeigt sich in mehreren wiederkehrenden Mustern:
- Systeme sind nur schwer vergleichbar, da ihre Struktur aus der jeweiligen konkreten Umsetzung entsteht.
- Austauschbarkeit bleibt begrenzt, weil einzelne Komponenten immer auch architektonische Entscheidungen mittragen.
- Die Migration bestehender Technik erfordert häufig umfangreiche Umbauten.
- Innovation findet überwiegend auf Komponenten- oder Produktebene statt, nicht auf Ebene des Gesamtsystems.
Dabei bleibt die Architektur meist implizit und wird selten bewusst gestaltet oder weiterentwickelt.

An diesem Punkt setzt die modulare Rollenlogik an.
Module sind keine Geräte, keine Baugruppen und keine Produkte. Sie beschreiben systemische Rollen, die unabhängig von ihrer konkreten technischen Ausführung existieren.
Entscheidend ist nicht, wie ein Modul realisiert ist, sondern welche Aufgabe es im System übernimmt. Die Rolle bleibt stabil, auch wenn sich Technologie, Hersteller oder Ausführung ändern.
Damit wird erstmals eine klare Trennung möglich zwischen:
- architektonischer Rolle
- physischer Umsetzung
- konkreter Nutzung im System
Diese Trennung bildet die Grundlage dafür, Systeme strukturell zu ordnen, ohne sich frühzeitig auf bestimmte Produkte oder technische Lösungen festzulegen.
| Modul | Systemische Rolle | Einordnung |
| PowerCore | Strukturelle Rolle für Energiepfade innerhalb der Architektur | Architekturtragend |
| CoreConnector | Definierter Übergabepunkt zwischen systemischen Modulrollen | Architekturtragend |
| DistribuCore | Strukturelle Organisation von Verteilung und Weiterführung von Pfaden | Architekturtragend |
| DeviceCore | Entkopplung von Endgeräten und Infrastruktur durch eine einheitliche Systemrolle | Integrativ |
| LegacyCore | Übergangsrolle zur Einbindung bestehender, nicht-modularer Systeme | Integrativ |
| HybridCore | Strukturierte Kopplung unterschiedlicher Energie- oder Systemdomänen | Integrativ |
| MeasureCore | Systemische Rolle zur Ermöglichung kontextbezogener Messungen | Erweiternd |
Durch die Trennung von Rolle und Ausführung entsteht eine Form von Stabilität, die nicht auf festen Produkten, sondern auf einer klaren Systemordnung beruht.
- Die Architektur bleibt konsistent, während einzelne Module austauschbar, erweiterbar oder neu kombinierbar sind.
- Systeme lassen sich schrittweise weiterentwickeln, ohne ihre Grundstruktur zu verlieren.
- Bestehende Technik kann integriert werden, ohne sie neu definieren zu müssen.
Module wirken dabei nicht isoliert, sondern im Zusammenspiel. Sie bilden gemeinsam den strukturellen Rahmen, innerhalb dessen technische Lösungen entstehen und weiterentwickelt werden können.

Einige Module tragen die Architektur in besonderer Weise. Sie definieren die grundlegenden systemischen Pfade und Übergänge, auf denen das Gesamtsystem aufbaut.
Dazu zählen insbesondere:
- PowerCore als strukturelle Rolle für Energiepfade
- CoreConnector als architekturdefinierter Übergabepunkt zwischen Modulen
- DistribuCore als strukturelle Organisation von Verteilung und Weiterführung
Diese Module legen nicht
fest, was angeschlossen ist oder wie es genutzt wird. Sie
definieren, wie Systemteile zueinander in Beziehung
stehen.
Ohne diese Rollen entstünde
lediglich Einzeltechnik, aber kein konsistentes System.
Weitere Module sind darauf ausgelegt, reale technische Umgebungen an die Architektur anzubinden und Übergänge zwischen bestehenden und modularen Strukturen zu ermöglichen.
Dazu zählen insbesondere:
- DeviceCore, der Endgeräte von der Infrastruktur entkoppelt
- LegacyCore, der die schrittweise Einbindung bestehender Systeme erlaubt
- HybridCore, der die strukturierte Kopplung unterschiedlicher Domänen ermöglicht
Diese Module sind entscheidend für Migration, Wiederverwendung und Übergang. Sie sorgen dafür, dass die Architektur nicht theoretisch bleibt, sondern in bestehenden technischen Umgebungen schrittweise eingesetzt werden kann.
Darüber hinaus existieren Module, die spezifische systemische Aufgaben übernehmen, etwa in den Bereichen Messung, Absicherung oder Analyse.
Diese Rollen erweitern die Architektur, ohne ihre Grundlogik zu verändern. Sie sind optional, wertstiftend und bewusst nicht erforderlich, um das grundlegende Funktionsprinzip der Architektur zu verstehen.
Auf diese Weise bleibt die Architektur offen für zukünftige Anforderungen, neue Technologien und weitere Modulrollen.

Die Module sind als architektonische Bausteine konzipiert. Sie sind darauf ausgelegt, von Partnern integriert, weiterentwickelt und lizenziert zu werden.
ELVARO™ verfolgt dabei keinen produktionsgetriebenen Ansatz. Die Module bilden einen strukturellen Rahmen, in dem Hersteller, Integratoren und Entwickler eigene technische Lösungen realisieren können, ohne die zugrunde liegende Architektur neu denken zu müssen.
Details zur Zusammenarbeit, Lizenzierung und Integration sind Bestandteil individueller Gespräche.
